28. Februar 2018

28. Februar 2018

Bei der Lodge gibt es auch zwei Elefanten – leider sind diese angekettet. Zweimal täglich werden sie los gemacht und dürfen in den Fluss zum Baden. 07:30 Uhr und 16:30 Uhr. Also Wecker gestellt, um den Elefanten beim morgendlichen Bad zuzusehen – und den gebrochenen Seelen fried- und liebevolle Gedanken, sowie Kraft zu senden. Die Umgebung hier scheint idyllisch für die Elefanten zu sein. Nachdem ich aber im Januar die eine Woche im „Elephant Nature Park“ in der Nähe von Chiang Mai verbracht habe, weiß ich, wie ein sorgenfreies und idyllisches Leben für Elefanten aussieht. Nach 10 Minuten ist die Waschung auch schon beendet. Am Ufer wird noch etwas frisches Grünzeug mit dem Rüssel abgerissen – und dann geht es wieder an die Ketten. Dies stimmt mich nachdenklich.

Nach dem Frühstück heißt es fertig machen zur Wanderung/Spaziergang/Fotowalk. Ein ungefähr 4 Kilometer langer Rundweg entlang dem Fluss mit zwei Wasserfällen wartet darauf, erkundet und abgebildet zu werden. Um 08:30 Uhr ist es schon sehr warm. Schon nach ein paar hundert Metern die erste Hürde – eine Herde Kühe beansprucht den Trampelpfad durch den Wald für sich. Der 1 Meter breite Durchgang am Maschendrahtzaun wird blockiert. Hier gibt es schließlich auch was zu fressen. Warten. Nach 5 Minuten ist alles abgegrast und die Kühe ziehen langsam weiter. Zum Glück in die entgegengesetzte Richtung. Vorbei an kleinen Gärten. Ein fast ausgetrockneter kleiner See. Eine versteckte Ansammlung von 4-blättrigen Klee am seichten Ufer des Flusses. Im Fluss über Steine und Felsen immer näher an den Wasserfall ran. Meine Schwester bleibt in Ufernähe – Schatten und sicherer Felsen sind gefragt. Ich mit Kamera im Anschlag – Claudia übt im Sitzen Flamenco. Hach, wie ist das schön.

unterwegs

Irgendwann geht es weiter. Claudia läuft voraus. Es raschelt vor ihr. Sie springt nach hinten los. Ich kann sie gerade noch festhalten und an mich ziehen. Eine Schlange. Unter dem Schutz der trockenen Blätter entfernt sich diese rasch von uns weg. Gesehen habe ich nur das sich bewegende Laub. Das Reptil war vielleicht so 50 cm lang. Was für ein Schreck. Adrenalinstoß pur. Hier ist also Vorsicht geboten – gestern Abend habe ich nämlich auch schon eine gesehen – war ca. 30 cm lang und sah aus wie eine Blindschleiche. Das habe ich meiner Schwester aber nicht gesagt.
Über den Fluss führt eine Bambus-Brücke. Die Sonne strahlt und sticht. Es ist so heiß – und dabei haben wir gerade mal kurz nach 10 Uhr. Zum Glück ist der Weg meistens schattig. Wir sehen uns etwas im Dorf um. Der Schweiß läuft in Strömen. Ab zurück zur Lodge. Gedanklich sehe ich schon den herrlich erfrischenden Wassermelonen-Frappé vor mir stehen. Das lässt mich durchhalten. Vom Restaurant aus können wir die Dorfjugend beim Baden im Fluss zusehen. Sie springen von einem Felsen in den Fluss. Klettern den Felsen wieder hoch. Einige lassen sich in den Stromschnellen treiben oder laufen durch die niedrigen Stellen des Flusses. Die Natürlichkeit und Leichtigkeit der Kinder ist beeindruckend. Und ansteckend. Der Wassermelonen-Frappé hat für eine innere Abkühlung gesorgt. Für die Abkühlung von außen begebe ich mich in den Fluss.

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