15. Januar 2018

15. Januar 2018

Heute ist Transfer-Tag. Von Chiang Mai geht es ins 197 km entfernte Chiang Rai in Richtung Norden. Letzte Woche hatte ich die Auskunft erhalten, dass es ganz leicht ist, mit dem Bus nach Chiang Rai zu gelangen – alle 30 Minuten fährt ein Bus. Ich schlafe aus. Um 10:30 Uhr komme ich mit dem TukTuk am Busterminal 3 von Chiang Mai an. Am Ticketschalter wird mir gesagt, dass nur noch für den Bus um 15:00 Uhr Plätze frei sind. Ganz so leicht ist es dann wohl doch nicht…. Gerne wäre ich früher gefahren. Sollte ich doch spätestens um 18:00 Uhr in meiner nächsten Unterkunft einchecken. Das wird nichts. Die Fahrtdauer ist mit fast 3,5 Stunden angegeben. Ich informiere den Vermieter telefonisch. Kein Problem – er wird warten bis ich ankomme. So sitze ich 4,5 Stunden am Busbahnhof und warte auf den Bus. Ich halte es wie bei Loriot: „ Ich will einfach nur so sitzen“. Es tut gut. Ich habe Zeit. Die Busfahrt verläuft ruhig. Die Landschaft ist abwechslungsreich und schön.

Den ganzen Tag über denke ich immer wieder an die Rede von Charlie Chaplin, die als „Rede zum 70. Geburtstag“ bekannt ist. Immer wieder schön, diese zu verinnerlichen.

Rede von Charlie Chaplin

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man„REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

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